Emotionale Gesundheit

Was ist emotionale Krankheit – oder Gesundheit?

Es ist manchmal schwer zu erkennen, wie gesund oder krank wir sind. Auf der Suche nach Selbstwert und Identität haben wir uns möglicherweise Ziele gesetzt, die uns nicht entsprechen, oder wir finden den Weg nicht, sie zu erreichen. Wir wollen keine Schwierigkeiten, haben aber dennoch ständig welche; oder wir wollen Freude, fühlen aber Schmerz. Wir wollen, dass jede Bemühung erfolgreich ist, aber wenn wir auf einem Gebiet versagen, lehnen wir nicht nur unsere Handlungen ab, sondern auch uns selbst. Wir werden ängstlich und versuchen, andere zu beeindrucken, indem wir uns geben, wie wir nicht sind. Wir werden Experten im Manipulieren anderer und werden egozentrisch. Wir stellen fest, dass wir voller Groll gegen die Menschen und das Leben sind.

Vieles davon geschieht allmählich und wir merken vielleicht nicht einmal, dass es geschieht und unser Leben beeinflusst. Da Körper, Geist und Seele beim Menschen nicht zu trennen sind, beeinflussen unsere Gedanken, Einstellungen und Emotionen unser körperliches und geistiges Wohlbefinden.

Die emotionale Erkrankung kann fortschreiten und chronisch werden. Wenn wir uns nicht mit ihr auseinandersetzen, tritt unter Umständen ein, was wir auf keinen Fall möchten: Wir könnten körperlich erkranken, in eine psychiatrische Klinik (zwangs-) eingewiesen werden oder gar Selbstmord begehen. Die emotionale Erkrankung kann uns also körperlich, seelisch und geistig verkümmern lassen.

Die emotionale Krankheit nimmt keine Rücksicht auf Intelligenz, Erziehung und Ausbildung, Wohlstand oder gesellschaftliche Stellung. Sie zieht nicht nur uns in Mitleidenschaft, sondern auch jene, die mit uns leben und uns lieben. Emotionale Erkrankung wird zur Familienkrankheit. Es ist schwierig, ihr Ausmaß zu erkennen, solange wir emotional krank sind. Wenn wir die genannten Symptome bei uns feststellen, müssen wir also unsere Gedankenmuster ändern, oder wir bleiben in der Krankheit stecken.

(aus: EA-Broschüre „Information für die Öffentlichkeit“)

Gedankenmuster

Ich glaube, dass unsere Gedanken, Einstellungen und Emotionen unser körperliches Wohlbefinden beeinflussen. Einige von uns haben versucht, sich vor der Hilfe für ihre emotionalen Schwierigkeiten zu drücken, indem sie gefragt haben: „Ist es eine körperliche Krankheit? Ist es eine seelische Krankheit? Oder ist es eine geistige Krankheit?“

Körper, Seele und Geist machen unser gesamtes Leben aus. Jedes davon ist ein wesentlicher Teil von uns, und jedes wird von den anderen beeinflusst. Als Menschen können wir uns wirklich nicht teilen.

Das Programm der Emotions Anonymous bedeutet: Wir analysieren emotionale Erkrankung nicht. Wir etikettieren und katalogisieren nicht alles.

Wir hören auf, unser Gefühl der „Einzigartigkeit“ als eine Entschuldigung zu gebrauchen.

Wir hören auf, uns mit anderen zu vergleichen.

Wir hören auf, uns und anderen Vorwürfe zu machen.

Wir hören auf, uns zu bedauern.

Wir hören auf, uns zu widersetzen.

Wir hören auf, unsere Erkrankung zu leugnen.

Wir hören auf, Entschuldigungen vorzubringen.

Wir hören auf, uns selbst überzeugen zu wollen, dass wir „anders“ als andere sind.

Diese Verhaltensweisen sind Ausweichmanöver. Sie haben nur den einen Sinn, unsere Krankheit zu verewigen. Uns kann hier und jetzt geholfen werden, wenn wir wirklich gesund werden wollen.

Ich glaube: Wir allein hindern uns daran, gesund zu werden. Wir sind dafür verantwortlich, wie wir mit unserer Fähigkeit, emotional gesund zu sein, umgehen. Wir können unsere Vergangenheit hinter uns lassen und neu beginnen, indem wir nur für einen Tag leben. Wir müssen uns bewusst bemühen. Zuerst mag es nicht einfach sein, aber es ist möglich.

Heute ist der erste Tag unseres restlichen Lebens.