EA-Literatur

Stand: 22.1.2026
Ein wesentlicher Bestandteil bei Emotions Anonymus ist die Arbeit mit Literatur. Wir lesen während unserer Meetings aus verschiedenen Texten und teilen dazu Erfahrung, Kraft und Hoffnung.
Die Grundlagentexte findest du auf dieser Seite. Du kannst weitere Literatur im Online Shop von EA Deutschland bestellen. Auf der Seite gibt es auch einen Link zu einem umfangreichen Bestellschein als PDF, der dir einen Überblick über die aktuell zu bestellenden Titel gibt.
Dies sind unsere Grundlagentexte:
Die Präambel der EA
Emotions Anonymous ist eine Gemeinschaft von Menschen, die ihre ganze Erfahrung, Kraft und Hoffnung miteinander teilen, um mit ihren emotionalen Belastungen besser umzugehen.
Wir sind mit keiner Religionsgemeinschaft, Sekte, Partei, Organisation oder Institution verbunden und erhalten uns selbst durch unsere freiwilligen Spenden.
Wir kommen zu Meetings zusammen, um mit Hilfe des 12-Schritte-Programms eine neue Lebensweise zu lernen und zu üben.
Wir können in den Meetings alles sagen und haben die Gewissheit, dass das Gesagte unter uns bleibt. Wir respektieren die Anonymität aller Teilnehmenden und stellen keine Fragen.
Wir urteilen und argumentieren nicht. Wir machen auch keine Vorschriften in persönlichen Dingen.
Jede Person hat ihre Meinung und kann diese im Meeting mitteilen. „Expertinnen“ oder „Experten“ sind wir nur in unseren persönlichen Erfahrungen und darin, wie wir versuchen, nach dem Programm zu leben, wie das Programm auf uns wirkt und wie EA uns hilft.
Wir besuchen die Meetings, um uns selbst zu helfen – nicht aus anderen Gründen oder einer anderen Person zuliebe. Wir sorgen für das gemeinsame Wohlergehen und unterstützen uns gegenseitig. Unser Ziel ist es, uns selbst und anderen emotional belasteten Menschen dabei zu helfen, gesund zu werden und diese Gesundheit zu erhalten.
(überarbeitete Fassung)
Gelassenheitsbitte
Höhere Macht, gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
* * *
Gib mir Geduld mit Veränderungen, die ihre Zeit brauchen,
und Wertschätzung für alles, was ich habe,
Toleranz gegenüber jenen mit anderen Schwierigkeiten
und die Kraft, aufzustehen und es wieder zu versuchen,
nur für heute.
(überarbeitete Fassung)
Die Zwölf Schritte
- Wir haben uns eingestanden, dass wir unseren Emotionen gegenüber machtlos waren, dass unser Leben nicht mehr zu meistern war.
- Wir haben die Überzeugung gewonnen, dass eine Macht – größer als wir selbst – uns unsere geistige Gesundheit wiedergeben kann.
- Wir haben den Entschluss gefasst, unseren Willen und unser Leben der Sorge einer höheren Macht, wie wir sie verstehen, anzuvertrauen.
- Wir haben von uns eine gewissenhafte und furchtlose innere Bestandsaufnahme gemacht.
- Wir haben unserer Höheren Macht, uns selbst und einem anderen Menschen die genaue Art unserer Fehler eingestanden.
- Wir waren völlig bereit, alle diese problematischen Einstellungen und Verhaltensweisen von unserer Höheren Macht beseitigen zu lassen.
- Demütig haben wir unsere Höhere Macht gebeten, uns von unseren Mängeln zu befreien.
- Wir haben eine Liste aller Personen aufgestellt, die wir verletzt hatten, und sind bereit geworden, dies wieder gutzumachen.
- Wo immer möglich, haben wir diese Menschen entschädigt, es sei denn, sie oder andere würden dadurch verletzt.
- Wir haben unsere persönliche Bestandsaufnahme fortgesetzt, und wenn wir einen Fehler erkannt hatten, gaben wir ihn ohne Zögern zu.
- Durch Gebet und Meditation haben wir versucht, unsere Verbindung zur höheren Macht zu verbessern. Wir haben um die Erkenntnis gebeten, was sie mit uns will, und um die Kraft, dies zu tun.
- Seit wir durch diese Schritte ein spirituelles Wachstum erleben, versuchen wir, diese Botschaft weiterzugeben und diese Grundsätze auf unser weiteres Leben anzuwenden.
(überarbeitete Fassung)
Die Zwölf Traditionen
- Unser gemeinsames Wohlergehen steht an erster Stelle; die Genesung jeder einzelnen Person beruht auf der Einheit von EA in Spiritualität und Gemeinschaft.
- Für den Sinn und Zweck unserer Gruppe gibt es nur eine höchste Autorität: eine wohlwollende höhere Macht, wie sie sich in unserem Gruppengewissen zu erkennen geben kann. Unsere Leitenden üben einen Dienst aus, sie herrschen nicht.
- Die einzige Voraussetzung für die EA-Zugehörigkeit ist das Verlangen, emotional gesund zu werden.
- Jede Gruppe sollte selbstständig sein, außer in Angelegenheiten, die auch andere Gruppen oder EA als Ganzes angehen.
- Die Hauptaufgabe jeder Gruppe ist, den Menschen das Angebot von EA näher zu bringen, die noch an emotionalen Belastungen leiden.
- Eine EA-Gruppe sollte niemals ein außenstehendes Unternehmen unterstützen, finanzieren oder mit dem EA-Namen decken, damit uns nicht Geld-, Besitz- und Prestigeprobleme von unserer Hauptaufgabe ablenken.
- Jede EA-Gruppe sollte sich selbst erhalten und von außen kommende Unterstützung ablehnen, die ihre Unabhängigkeit gefährden könnte.
- Die Tätigkeit bei EA sollte immer ehrenamtlich bleiben, jedoch können unsere überregionalen Dienste Angestellte beschäftigen.
- EA sollte niemals hierarchisch organisiert werden. Jedoch dürfen wir überregionale Dienste und Teams bilden, die denjenigen verantwortlich sind, denen sie dienen.
- EA nimmt keine Stellung zu Fragen außerhalb ihrer Gemeinschaft, deshalb sollte auch der EA-Name niemals in öffentliche Streitfragen verwickelt werden.
- Unsere Beziehungen zur Öffentlichkeit stützen sich mehr auf Anziehung als auf Werbung. Deshalb sollten wir auch in allen Medien stets unsere persönliche Anonymität wahren.
- Die Anonymität ist die spirituelle Grundlage all unserer Traditionen. Sie soll uns auch daran erinnern, Prinzipien über Personen zu stellen.
(überarbeitete Fassung)
Die Zwölf Versprechen
- Wir erleben eine neue Form von Freiheit und Glück.
- Weder bedauern wir die Vergangenheit noch möchten wir die Tür hinter ihr zuschlagen.
- Wir verstehen die Bedeutung von Gelassenheit und erfahren inneren Frieden.
- Wie tief wir auch gesunken sind – wir sehen, wie unsere Erfahrungen anderen nützen können.
- Gefühle von Wertlosigkeit und Selbstmitleid nehmen ab.
- Wir sorgen uns weniger um uns selbst und haben mehr Interesse an anderen Menschen.
- Selbstsucht gleitet von uns ab.
- Unsere Sichtweise auf das Leben und unsere Haltung ändern sich.
- Unsere Beziehungen zu anderen Menschen verbessern sich.
- Wir wissen intuitiv, wie wir Situationen handhaben können, die uns früher verwirrten.
- Wir gewinnen ein Gefühl der Sicherheit in unserem Inneren.
- Wir erkennen, dass unsere Höhere Macht das für uns tun kann, was wir nicht selbst tun können.
- Vielleicht scheinen das übertriebene Versprechen zu sein – sie sind es aber nicht. Sie kommen bei uns zur Erfüllung, manchmal rasch, manchmal langsam.
(überarbeitete Fassung)
Die Zwölf Leitsätze
- Loslassen und der höheren Macht überlassen
- Du bist nicht allein
- Nur für heute
- Leben und leben lassen
- Das Wichtigste zuerst
- Suche das Gute
- Durch das Wohlwollen der höheren Macht
- Erkenne dich selbst – sei ehrlich
- Auch dies geht vorüber
- Ich brauche Menschen
- Es geht auch einfach
- Ich habe die Wahl
(überarbeitete Fassung)
Nur für heute
Ich habe die Wahl!
- Nur für heute werde ich versuchen, diesen einen Tag zu leben – nicht all meine Probleme auf einmal anzupacken. Ich kann jetzt etwas tun, vor dem ich zurückschrecken würde, wenn ich das Gefühl hätte, ich müsste es mein ganzes Leben lang durchhalten.
- Nur für heute werde ich versuchen, glücklich zu sein. Ich mache mir bewusst, dass mein Glück nicht davon abhängt, was andere tun oder sagen oder was um mich herum geschieht. Glück stellt sich ein, wenn ich mit mir in Frieden lebe.
- Nur für heute werde ich versuchen, mich auf das auszurichten, was ist. Ich will nicht erzwingen, dass sich alles nach meinen Wünschen richtet. Ich werde meine Familie, meinen Freundeskreis, meine Arbeit und meine Lebensumstände so annehmen, wie sie sind.
- Nur für heute werde ich auf meine körperliche Gesundheit achten, ich werde meinen Verstand gebrauchen, ich werde etwas Spirituelles lesen.
- Nur für heute will ich jemandem etwas Gutes tun, ohne darüber zu reden – ob jemand davon erfährt, hat keine Bedeutung. Ich werde mindestens eine Sache tun, die ich nicht gerne tue, und ich werde meinem Nächsten eine kleine Freundlichkeit erweisen.
- Nur für heute werde ich versuchen, freundlich zu sein zu jemandem, dem ich begegne. Ich werde auf mein Äußeres achten, rücksichtsvoll sein und ruhig sprechen.
Ich werde keine unnötige Kritik üben und nicht nach Fehlern suchen. Ich werde auch nicht versuchen, jemanden außer mich selbst zu verändern, und werde niemandem Vorschriften machen. - Nur für heute werde ich mir ein Programm machen. Ich werde es machen, auch wenn ich es vielleicht nicht genau befolge. Vor zwei Plagen will ich mich hüten: Hast und Unentschlossenheit.
- Nur für heute will ich aufhören zu sagen: „Wenn ich Zeit hätte.“ Ich werde nie für etwas „Zeit finden“ – wenn ich Zeit haben will, muss ich sie mir nehmen.
- Nur für heute werde ich in Stille meditieren, mich dabei auf meine Höhere Macht, auf mich selbst und auf meinen Nächsten besinnen. Ich will mich entspannen und nach Wahrheit suchen.
- Nur für heute werde ich keine Angst haben. Insbesondere werde ich mich nicht davor fürchten, glücklich zu sein – und mich am Guten, Schönen und Liebenswerten im Leben erfreuen.
- Nur für heute werde ich mich nicht mit anderen vergleichen. Ich werde mich selbst annehmen und nach meinen Fähigkeiten leben.
- Nur für heute entschließe ich mich, zu glauben, dass ich dies einen Tag leben kann.
Die Wahl habe ich!
(überarbeitete Fassung)
Gestern – Heute – Morgen
Es gibt in jeder Woche zwei Tage, über die wir uns keine Sorgen machen sollten – zwei Tage, die wir freihalten sollten von Angst und Bedrückung.
Einer dieser Tage ist das Gestern mit all seinen Fehlern und Sorgen, emotionalen und körperlichen Schmerzen. Das Gestern ist nicht mehr unter unserer Kontrolle. Alles Geld dieser Welt kann das Gestern nicht zurückbringen. Wir können keine einzige Tat, die wir getan haben, ungeschehen machen. Wir können nicht ein Wort zurücknehmen, das wir gesagt haben. Das Gestern ist endgültig vorbei!
Der andere Tag, über den wir uns keine Sorgen machen sollten, ist das Morgen mit seinen möglichen Gefahren und Lasten, großen Versprechungen und weniger guten Leistungen. Auch das Morgen haben wir jetzt nicht unter unserer Kontrolle.
Morgen wird die Sonne aufgehen, entweder in ihrem vollen Glanz oder hinter Wolken. Aber eines steht fest: Sie wird aufgehen! Bis dahin sollten wir uns über das Morgen keine Sorgen machen, weil das Morgen noch nicht begonnen hat.
Somit bleibt nur ein einziger Tag übrig: Heute!
Jeder Mensch kann nur diesen einen Tag bewältigen. Wenn wir zusammenbrechen, geschieht dies, weil wir die Last dieser zwei gedanklichen Ewigkeiten – Gestern und Morgen – zusammenfügen.
Es ist nicht die Erfahrung des Heute, welche die Menschen verrückt macht. Es ist die Reue und Verbitterung über etwas, was im Gestern geschehen ist, oder die Furcht vor dem, was das Morgen bringen könnte.
Heute ist das Morgen, worüber wir uns gestern Sorgen gemacht haben.
(überarbeitete Fassung)
Hilfreiche Gedanken
- Wir kommen zu EA, um durch das Zwölf-Schritte-Programm der Emotions Anonymous eine neue Lebensweise zu lernen und zu üben. Eine Vielzahl von Anregungen zeichnen dieses Programm aus: die EA-Literatur, die wöchentlichen Meetings, die telefonischen und persönlichen Kontakte und das Leben nach dem Programm – nur für diesen einen Tag.
Wir kommen nicht einer anderen Person zuliebe. Wir kommen, um uns selbst zu helfen und unsere Erfahrung, Kraft und Hoffnung miteinander zu teilen. - „Expertinnen“ und „Experten“ sind wir nur für unsere eigene Lebensgeschichte und dafür, wie wir versuchen, nach dem Programm zu leben, was das Programm und die Gemeinschaft bei uns bewirkt haben. Niemand spricht für Emotions Anonymous als Ganzes.
- Wir respektieren die Anonymität einer jeden Person – wir stellen keine Fragen. Wir bemühen uns um eine Atmosphäre der Liebe und der Annahme. Für uns ist es nicht wichtig, wer du bist oder was du getan hast. Du bist willkommen.
- Wir urteilen nicht, wir kritisieren nicht, wir argumentieren nicht. Wir geben keine Ratschläge in persönlichen oder familiären Angelegenheiten.
- EA ist keine Gesprächsrunde, in der wir uns ständig unser Elend vor Augen halten, sondern zeigt uns einen Weg, auf dem wir lernen, uns davon zu lösen. Ein Teil unserer Gelassenheit kommt daher, dass wir fähig werden, mit unseren ungelösten Problemen in Frieden zu leben.
- Wir diskutieren niemals über Religion, Politik, nationale oder internationale Streitfragen, Glaubenslehren oder Ideologien. EA nimmt niemals Stellung zu Fragen außerhalb ihrer Gemeinschaft.
- Emotions Anonymous ist ein spirituelles, kein religiöses Programm. Wir befürworten keine bestimmte Glaubensvorstellung.
- Die Schritte empfehlen einen Glauben an eine Macht, größer als wir selbst. Das kann die Liebe sein, eine Kraft zum Guten, ein traditioneller Gott, die Gruppe, die Natur, das Universum oder alles, was sich jemand als persönliche Höhere Macht wählt.
- Wir nutzen das Programm – wir analysieren es nicht. Mit der Erfahrung kommt das Verständnis. Jeden Tag wenden wir etwas aus dem Programm auf unser persönliches Leben an.
- Es hat uns nicht geholfen, einen bestimmten Krankheits- oder Gesundheitsbegriff zu verwenden. Unsere Symptome mögen sich unterscheiden, unsere zugrunde liegenden Emotionen jedoch sind gleich oder ähnlich. Wir erkennen, dass wir in unseren Schwierigkeiten und Krankheiten nicht einzigartig sind.
- Jeder und jede hat das Recht auf die eigene Meinung und darf diese im Meeting (im Rahmen der EA-Regeln) äußern. Wir sind alle gleichberechtigt – niemand ist wichtiger als andere.
- Das Schöne und Wunderbare des EA-Programms besteht auch darin, dass wir in den Meetings alles sagen können und wissen, dass es dort bleibt. Was immer wir in einem Meeting, am Telefon oder direkt von anderen Teilnehmenden hören, ist vertraulich und darf nicht weitergegeben werden, weder innerhalb von EA noch an Bekannte, Familienangehörige, Freundinnen oder Freunde.
(überarbeitete Fassung)
Nachfolgend findest du weitere Auzüge aus der EA-Literatur:
Was ist emotionale Krankheit – oder Gesundheit?
Es ist manchmal schwer zu erkennen, wie gesund oder krank wir sind. Auf der Suche nach Selbstwert und Identität haben wir uns möglicherweise Ziele gesetzt, die uns nicht entsprechen, oder wir finden den Weg nicht, sie zu erreichen. Wir wollen keine Schwierigkeiten, haben aber dennoch ständig welche; oder wir wollen Freude, fühlen aber Schmerz. Wir wollen, dass jede Bemühung erfolgreich ist, aber wenn wir auf einem Gebiet versagen, lehnen wir nicht nur unsere Handlungen ab, sondern auch uns selbst. Wir werden ängstlich und versuchen, andere zu beeindrucken, indem wir uns geben, wie wir nicht sind. Wir werden Experten im Manipulieren anderer und werden egozentrisch. Wir stellen fest, dass wir voller Groll gegen die Menschen und das Leben sind.
Vieles davon geschieht allmählich und wir merken vielleicht nicht einmal, dass es geschieht und unser Leben beeinflusst. Da Körper, Geist und Seele beim Menschen nicht zu trennen sind, beeinflussen unsere Gedanken, Einstellungen und Emotionen unser körperliches und geistiges Wohlbefinden.
Die emotionale Erkrankung kann fortschreiten und chronisch werden. Wenn wir uns nicht mit ihr auseinandersetzen, tritt unter Umständen ein, was wir auf keinen Fall möchten: Wir könnten körperlich erkranken, in eine psychiatrische Klinik (zwangs-) eingewiesen werden oder gar Selbstmord begehen. Die emotionale Erkrankung kann uns also körperlich, seelisch und geistig verkümmern lassen.
Die emotionale Krankheit nimmt keine Rücksicht auf Intelligenz, Erziehung und Ausbildung, Wohlstand oder gesellschaftliche Stellung. Sie zieht nicht nur uns in Mitleidenschaft, sondern auch jene, die mit uns leben und uns lieben. Emotionale Erkrankung wird zur Familienkrankheit. Es ist schwierig, ihr Ausmaß zu erkennen, solange wir emotional krank sind. Wenn wir die genannten Symptome bei uns feststellen, müssen wir also unsere Gedankenmuster ändern, oder wir bleiben in der Krankheit stecken.
(aus: EA-Broschüre „Information für die Öffentlichkeit“)
Gedankenmuster
Ich glaube, dass unsere Gedanken, Einstellungen und Emotionen unser körperliches Wohlbefinden beeinflussen. Einige von uns haben versucht, sich vor der Hilfe für ihre emotionalen Schwierigkeiten zu drücken, indem sie gefragt haben: „Ist es eine körperliche Krankheit? Ist es eine seelische Krankheit? Oder ist es eine geistige Krankheit?“
Körper, Seele und Geist machen unser gesamtes Leben aus. Jedes davon ist ein wesentlicher Teil von uns, und jedes wird von den anderen beeinflusst. Als Menschen können wir uns wirklich nicht teilen.
Das Programm der Emotions Anonymous bedeutet: Wir analysieren emotionale Erkrankung nicht. Wir etikettieren und katalogisieren nicht alles.
- Wir hören auf, unser Gefühl der „Einzigartigkeit“ als eine Entschuldigung zu gebrauchen.
- Wir hören auf, uns mit anderen zu vergleichen.
- Wir hören auf, uns und anderen Vorwürfe zu machen.
- Wir hören auf, uns zu bedauern.
- Wir hören auf, uns zu widersetzen.
- Wir hören auf, unsere Erkrankung zu leugnen.
- Wir hören auf, Entschuldigungen vorzubringen.
- Wir hören auf, unsere Erkrankung zu leugnen.
- Wir hören auf, uns selbst überzeugen zu wollen, dass wir „anders“ als andere sind.
Diese Verhaltensweisen sind Ausweichmanöver. Sie haben nur den einen Sinn, unsere Krankheit zu verewigen. Uns kann hier und jetzt geholfen werden, wenn wir wirklich gesund werden wollen.
Ich glaube: Wir allein hindern uns daran, gesund zu werden. Wir sind dafür verantwortlich, wie wir mit unserer Fähigkeit, emotional gesund zu sein, umgehen. Wir können unsere Vergangenheit hinter uns lassen und neu beginnen, indem wir nur für einen Tag leben. Wir müssen uns bewusst bemühen. Zuerst mag es nicht einfach sein, aber es ist möglich.
Wie EA wirkt – die Hoffnung, die EA zu bieten hat
Wenn wir die Veränderungen sehen, die wir und andere mit Hilfe des Zwölf-Schritte-Programms der Emotions Anonymous machen, wird das Ausmaß unserer Krankheit erst sichtbar.
Das Programm basiert auf dem Vertrauen in eine Macht, die größer ist als wir selbst und wirkt durch die Liebe und die Annahme in der Gruppe. Es zeigt uns den Weg, wie wir in unserem Denken und Fühlen nüchtern und gesund werden können, und schenkt uns die Gelassenheit, auch mit noch ungelösten Problemen in Frieden zu leben.
EA ist keine Gesprächsrunde, in der wir uns ständig unser Elend vor Augen halten, sondern eine Selbsthilfegruppe, in der wir Erfahrung, Kraft und Hoffnung miteinander teilen.
So ist EA schon für tausende von Menschen ein Weg zur emotionalen Gesundheit geworden.
(aus: EA-Broschüre „Information für die Öffentlichkeit“)
Bewusstheit – will ich gesund werden?
Zuletzt erkennen wir unseren wirklichen emotionalen Gesundheitszustand und sagen uns dann: “Ich muss gesund werden. Ich kann ein solches Leben nicht länger aushalten. Wenn ich nicht gesund werde, verliere ich alles: meine Familie, meine Freunde, meine Arbeit, meinen Seelenfrieden. Ich tue mir selbst weh und allen, mit denen ich in Berührung komme.“
Vom Verstand her mag uns dieses Dilemma schon klar sein, aber in unserer Krankheit haben wir solch negative Gedankenmuster und Verhaltensweisen dem Leben gegenüber aufgebaut, dass eine Änderung nicht über Nacht kommen kann. Zu lange haben wir es uns zur Gewohnheit gemacht, in emotionalen Situationen unangemessen zu reagieren. Unser Verstand sagt: “Ich will gesund werden und gesund bleiben.“ Aber unsere Emotionen sagen: “Ich will meine alten Einstellungen und Verhaltensweisen behalten. Sie sind alles, was ich kenne, und ich fürchte mich vor Veränderung, fürchte mich vor dem Unbekannten.“
Bevor wir gesund werden können, müssen wir uns klarmachen, dass wir nicht dazu bestimmt sind, vollkommen zu sein, da nur Gott vollkommen ist. Wir sind dazu bestimmt, “vollkommen menschlich“, nur wir selbst zu sein. Zugegeben, wir sehen viele Fehler an uns, aber wir entdecken nun auch viele gute, uns bisher nicht bewusste Eigenschaften. “Wir selbst sein“ kann bedeuten, uns verändern zu müssen. Wir stehen in einem ständigen Wachstumsprozess und entdecken mehr und mehr uns selbst. Darin liegen Freude und Zufriedenheit.
Emotionale Probleme zu haben sollte uns genau so wenig Schuldgefühle verursachen wie eine Krebserkrankung oder ein Herzleiden. Schuld entsteht, wenn wir wissen, dass wir krank sind, aber die angebotene Hilfe zurückweisen.
Die Frage ist also: Ist mein Verlangen, gesund zu werden, größer als mein Wunsch, krank zu bleiben? Wir alle müssen diese Frage selbst beantworten.
Was können wir also gegen diese Krankheit und gegen ihr großes Ausmaß tun?
Bevor wir nicht die Tatsache unserer Krankheit akzeptieren, können wir nicht die notwendigen Schritte unternehmen, um gesund zu werden.
Kapitulation
Wir geben also zu, dass wir unseren Emotionen gegenüber machtlos sind, dass wir unser Leben nicht meistern können, dass wir nicht unabhängig sind. Wenn wir gesund sein wollen, müssen wir, so glaube ich, dahin kommen, an eine Macht im Universum zu glauben, die größer ist als wir selbst. Wir müssen bereit werden, unseren Willen und unser Leben der Sorge „Gottes“, so wie wir ihn verstehen, zu überlassen. Diese Kapitulation ist nur möglich, wenn wir gesund werden wollen.
Das Programm der Emotions Anonymous ist ein Lebensprogramm. Wir übernehmen es nicht nur, wir versuchen, es zu leben. Alle Zwölf Schritte. Wir stellen fest, dass es wirkt. Ich glaube, es kann für jeden wirken.
Ehrlichkeit
Es ist ein Programm der Ehrlichkeit – Ehrlichkeit uns selbst gegenüber. Ich glaube, wir können lernen, mit unseren ungelösten Schwierigkeiten in Frieden zu leben – genau das ist Gelassenheit. Wollen wir wirklich gesund werden? Während wir dieses Programm anwenden, glaube ich, werden wir feststellen, wie wir immer freier werden, endlich frei, wir selbst zu sein. Wenn wir gesund werden wollen, werden wir die Zwölf Schritte aufgreifen und anwenden. Es ist eine Möglichkeit, leben zu lernen. Ich glaube, wenn wir krank bleiben, müssen wir niemand außer uns selbst die Schuld geben.
Wenn wir geduldig sind, können wir viel glücklicher werden, als wir uns jemals ausmalen konnten. Je mehr wir imstande sind, unsere Stärken, Hoffnungen und Unvollkommenheiten zu teilen, desto mehr wachsen wir.
Ich glaube, wir finden Hoffnung, wenn wir zu EA kommen und andere treffen, die Hilfe fanden, indem sie gelernt haben, diese Lebensweise zu leben. Gesund werden zu können ist etwas, das einige von uns nicht für möglich gehalten haben. Da wir unsere wöchentlichen Meetings besuchen, fühlen wir uns nicht länger allein. Endlich fühlen wir uns irgendwo zugehörig.
Annahme
Die Liebe und Annahme, die wir in der Gruppe erfahren, helfen uns, uns selbst anzunehmen. Wenn andere uns so annehmen, wie wir sind, hilft uns das, uns selbst so anzunehmen, wie wir sind. Erst dann sind wir imstande, uns zu ändern.
Annahme muss nicht bedeuten, dass wir uns so, wie wir sind, mögen. Annahme bedeutet nicht, dass wir so bleiben, wie wir sind.
Annahme bedeutet zugeben, wie wir in diesem Augenblick sind – erkennen, dass wir außerstande sind, uns allein durch unsere eigene Willenskraft zu ändern. Annahme heißt, wir sind echt zu uns selbst – sagen das, was wir wirklich fühlen und nicht, was wir glauben fühlen zu müssen, oder was wir vielleicht nach Meinung der Gesellschaft fühlen sollten. Wenn andere unsere Gefühle annehmen und nicht versuchen, sie zu analysieren oder sie zu beurteilen, fassen wir Mut, zu uns ehrlicher zu sein. In dieser Atmosphäre wachsen wir tatsächlich.
Ich habe die Wahl
Mit Hilfe der Zwölf Schritte entdecken wir eine neue Lebensweise. Mit Hilfe der Annahme und Ermutigung durch die Freunde, die wir in dem Programm gewinnen lernen wir, uns und andere zu lieben und anzunehmen.
Mit Hilfe einer Höheren Macht finden wir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die wir nicht ändern können, den Mut die Dinge zu ändern, die wir ändern können und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Mit Hilfe aller drei finden wir uns selbst und den Sinn unseres Lebens.
Wir haben die Wahl.
Gute 24 Stunden!